CT-Kolonografie

Die CT-Kolonografie oder auch virtuelle CT-Kolonografie ist ein CT-Verfahren, mit der die innere Wand des Dickdarmes ähnlich wie bei einer Koloskopie betrachtet werden kann. Darmpolypen können ab einer Größe von wenigen Millimetern erkannt werden.

Durchführung einer CT-Kolonografie

Die Vorbereitung einer CT-Kolonografie ähnelt der einer konventionellen Koloskopie, d.h.der Darm muss vor der Untersuchung gereinigt werden. Die geschieht über abführende Medikamente und einen festgelegten Ernährungsplan in den zwei Tagen vor der Untersuchung. Am Untersuchungstag wird der Darm direkt vor der Untersuchung auf dem CT-Untersuchungstisch über ein Darmrohr mit Luft gefüllt, so dass er sich zur Untersuchung entfaltet. Weiterhin wird ein Medikament gegeben (Buscopan), welches den Darm für die Zeit der Untersuchung ruhig stellt. Während der nur wenige Minuten dauernden Untersuchung wird zusätzlich noch ein Röntgenkontrastmittel in eine Vene gegeben, welches die Darmwand und die übrigen Bauchorgane zusätzlich anfärbt. Die Untersuchung wird in Rückenlage und gegebenenfalls auch in Bauchlage durchgeführt, in Abhängigkeit von der im Darm verbliebenen Flüssigkeitsmenge.
Anschließend erfolgt die Auswertung der Bilder durch den Radiologen.

Vorteile, Nachteile, Indikationen und Kontraindikationen für eine CT-Kolonografie

Die Vorteile der CT-Kolonografie liegen in der geringeren Invasivität ("kleinerer Eingriff") der Untersuchung, da die Passage des Koloskopes durch den gesamten Darm nicht mehr notwendig ist. Weiterhin können in den angefertigten Schnittbildern des Bauches die umliegenden Organe mitbeurteilt werden.
Die Nachteile liegen in der fehlenden Möglichkeit, einen gefundenen Polypen direkt zu biopsieren ("eine Gewebeprobe entnehmen") oder abtragen zu können.
Dementsprechend sagen die derzeitigen Empfehlungen, dass eine CT-Kolonografie dann ein adäquater Ersatz für eine Koloskopie ist, wenn:
1. Eine Koloskopie nur inkomplett möglich war.  
2. Eine Koloskopie nicht durchgeführt werden darf ("Kontraindikationen vorliegen").
3. Eine wichtige Koloskopie strikt abgelehnt wird.
4. Bei einem neu gefundenen Darmtumor eine Darstellung des ganzen Darmes vor einer geplanten Operation erfolgen muss.
5. Kontrollen nach einer Operation durchgeführt werden müssen.
Ebenso gibt es Situationen, bei denen eine CT-Kolonografie nicht durchgeführt werden darf, z.B. wenn:
1. Ein sogenanntes akutes Abdomen besteht (z.B. akute Bauchschmerzen, Durchfälle, Darmverschluss...).
2. Bei akuten Entzündungen des Darmes (z.B. Divertikulitis, akute Darmentzündung oder akuter Schub einer chonisch entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
3. Direkt nach einer Darmoperation (3 Monate) oder Probenentnahme (10 Tage).