MRT-Mammografie

An der weiblichen und männlichen Brustdrüse ist das MRT in der Lage Erhebliches zu leisten. In Zeiten, in denen angestrebt wird, dass der weit überwiegende Teil der Patientinnen nach Diagnosestellung eines Brustkrebses einer brusterhaltenden Therapie zugeführt werden können, ist es extrem wichtig, dass ein Brustkrebs in einem frühen Stadium, wenn er noch heilbar ist, erkannt wird. Vor einer Operation muss die genaue Ausdehnung des Tumors bekannt sein, damit die Behandlung (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung) exakt geplant werden kann und Rückfälle (Tumorrezidive) vermieden werden.

Trotzdem sollte die MRT-Untersuchung erst nach Durchführung einer Mammografie und einer Sonografie stattfinden, um dann ein abschließendes Urteil zu fällen. Das Resultat der MRT-Untersuchung der Brust führt bei bei vielen Betroffenen zu einer Änderung der Behandlung!

Leider bezahlen die gesetzlichen Kassen die Untersuchung jedoch nur bei folgenden Indikationen:

  • Wenn schon ein bösartiger Lymphknoten in der Achselhöhle wächst und der verursachende Krebs gesucht werden muß (CUP, „cancer of unknown primary“) ,
  • wenn der Verdacht auf einen erneuten Krebs in einer schon behandelten Brust besteht und eine Operation und/oder Bestrahlung bereits 6 Monate bzw. 1 Jahr zurückliegt (Rezidivausschluß)
  • oder wenn ein bestimmter Krebstyp festgestellt wurde (lobuläres Mamma-CA) zur Detektion gegebenenfalls weiterer Herde

Unabhängig davon wurden von uns mit zusammenarbeitenden Spezialkliniken, die sich ausschließlich mit der Behandlung des Mammakarzinoms befassen, weitere sinnvolle Indikationen für die Mamma-MRT-Untersuchung erarbeitet:

  1. Multizentrizität (Vorhandensein des Tumors an mehreren Stellen)
  2. Festlegung des Resektionsvolumens bei komplexer brusterhaltender Therapie (BET) oder Brustentfernung (Mastektomie) und gleichzeitiger partieller Rekonstruktion insbesondere mit Eigengewebe oder Reduktionstechniken
  3. Ausschluß einer Malignität der Gegenseite (kontralaterale Brust) und Bestimmung der Ausdehnung bei Brustkrebsvorstufen (DCIS, high grade)
  4. Überprüfung von Resttumor bei voroperierten Patientinnen mit unsicheren Schnittgrenzen
  5. „High Risk“ - Patientinnen mit einem Risiko über 25% z.B. BRCA I und II oder nicht differenzierten genetisch/familiären Risiken
  6. Erstimplantatpatientinnen zur Überprüfung der Implantattechnologie und des Weichteilmantels
  7. Extrem große Brust vor Brustverkleinerung (Reduktionsplastik)
  8. Statusbestimmung (Responsebeurteilung) nach präoperativer Chemotherapie und/oder Strahlentherapie/ Hormontherapie
  9. Bestimmung des Bezug zum umgebenden Weichteilmantel insbesondere zum Brustmuskel, Lymphknotendiagnostik, insbesondere auch hinter dem Brustbein (retrosternal, Mammaria-interna-Gruppe)
  10. Männliches Mammakarzinom